FITA + Feldbogen + Bogensport = BSC Wirges

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Die Speerschleuder


Die Speerschleuder, eine seit mindestens 16.000 v. Chr. in Europa verwendete Waffe, besteht aus einem etwa 40 bis 100 cm langen hölzernen Schaft, an dessen hinterem Ende ein Widerhaken geschnitzt bzw. ein Haken aus einem anderen Material, z. B. Geweih, befestigt ist, auf den die zwischen 1,50 und 2,70 Meter langen befiederten Holzspeere, die am Ende eine kleine Vertiefung besitzen, aufgelegt werden.



Dazu ist anzumerken, dass heutige Nachbauten Idealkonstruktionen sind. Das originale Aussehen einer jungpaläolithischen Schleuder wird sich wahrscheinlich nie klären lassen, da sich Holz im Boden nur in wenigen Ausnahmefällen erhält und es bisher nicht gelungen ist, eine vollständige Schleuder zu bergen.





Die Speere bestehen aus einen Kiefern- oder Haselnußschaft und einer eingespleißten Hornspitze.

Die Schleuder läßt sich auf einfache Art und Weise aus einem geraden Ast mit einem aufgesetztem Hornnocken, oder einem Ast mit vorhandenem Abzweig herstellen. Aufwendigere Konstrucktionen sind nur etwas fürs Auge und haben keine erhöhte Wurfkraft.




Die Speerschleuder dient als Hebelarm, mit dem die Holzspeere beschleunigt werden. Durch die Hebelwirkung können auch von Untrainerten sehr leicht Weiten über 70 Meter erzielt werden. Ein Weltrekord über 264 m Weite wird derzeit von einem Amerikaner gehalten.






Die Durchschlagskraft der über 100 Stundenkilometer schnellen und im Vergleich zu einem Pfeil relativ schweren Projektile ist enorm. Mit der Zielsicherheit ist es allerdings im Gegensatz zu Pfeil und Bogen nicht ganz so gut bestellt :)







   

Die ethnographischen Belege für solche Jagdgeräte bei Völkern, die sie bis vor kurzem noch in Gebrauch hatten, wie z. B. die Inuit (Eskimos) oder die australischen Aboriginies, unterscheiden sich im Vergleich zu den europäischen Schleudern im Aussehen sehr stark, abhängig von der Umgebung und dem Verwendungszweck. Australische „Woomeras“ sind oft über einen Meter lang, die dazugehörigen Speere messen bis zu 4 Meter. Eine Ausrüstung, die für einen Arktisbewohner, der vom Kajak aus Meeressäuger jagt, völlig unbrauchbar wäre. Heutige Repliken dieser Waffen weisen Längen um 70 cm auf, die Speere 1,50 bis 2,50 Meter.

Eine Vergrößerung aller Bilder ist in der Galerie Speerschleuder zu sehen.

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